Bildung

Integrierte NaturBildung an der Elbe – eine Gesamtübersicht

Die Elbe ist der längste freifließende Strom Deutschlands und kann trotz örtlich starker Eindeichung und Ausweisung als durchgängige Bundeswasserstraße ihre naturschutzfachliche Bedeutung durch große zusammenhängende Auenwälder und Urstromtalwiesen unterstreichen.

Derzeit wird um das rechte Maß zwischen verkehrlicher Nutzung, wasserwirtschaftlichen Notwendigkeiten sowie den naturschutzfachlichen Belangen im Rahmen des Gesamtkonzepts Elbe gerungen.

Bei dem von der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz geförderten WWF-Projekt „Definition einer Perlenkette“ werden gegenwärtig ökologisch wertvolle Gebiete und bestehende sowie potentielle Renaturierungsmaßnahmen integriert betrachtet. Es soll eine überregionale Gesamtschau der Potenziale und Defizite aufgezeigt werden. Bestehende und abgeschlossene Naturschutzmaßnahmen sind einzeln entlang der Elbe zu finden, stehen meist aber in keinem Kontext zueinander. 

Auch abgeschlossene und bestehende Umweltbildungsmaßnahmen sind entlang der Elbe einzeln anzutreffen, die aber meist ebenfalls nicht miteinander vernetzt sind.

Es bedarf einer langfristigen Strategie zur Vernetzung von Naturschutz und Bildung, da für die erfolgreiche Durchführung von Renaturierungsmaßnahmen die Akzeptanz in der Bevölkerung und die Identifizierung mit der Elbe von hoher Bedeutung sind. Mit der Integrierten NaturBildungsstudie erstellt der WWF Deutschland ein Gesamtbildungskonzept Elbe, das die regional unterschiedlichen Landschaften und dortigen sozioökonomischen Verhältnisse berücksichtigt. 

Den Menschen an der Elbe – aber vor allem der jungen Generation – soll damit verdeutlicht werden, dass sie Teil des Prozesses sind und eine intakte Natur ihnen Gestaltungsspielraum in ökonomischer, sozialer und kultureller Sicht bietet. Insbesondere Schulen stehen als regionale Impulsgeber im Fokus, da ihre Schülerinnen und Schüler als Botschafter für ein neues Verständnis zur Elbe agieren können. 

Im Zuge des Projektes wird zunächst eine Gesamtschau der abgeschlossenen und bestehenden Bildungsprojekte erstellt. Darauf aufbauend sollen durch einen integrativen Ansatz mit Beteiligungsverfahren Stakeholder aus Naturschutz, Umweltbildungseinrichtungen, Verwaltung und Regionalentwicklung konkrete Ansätze zur vernetzten Zusammenarbeit erarbeiten, die exemplarisch in drei landschaftlich und sozioökonomisch unterschiedlichen Regionen Anwendung finden.

Ferner wird der erarbeitete integrative Bildungsansatz im Rahmen von konkreten Naturschutzmaßnahmen, die aus den Ergebnissen des WWF Perlenketten-Projekts resultieren, angewandt werden und für Akzeptanz und Verständnis entlang der Elbe werben. 

Die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz fördert das Projekt von 2015 bis 2016 und bringt mit dem eigenen Bildungsprojekt AQUA-AGENTEN wichtige Erfahrungen und Impulse ins Projekt ein.