Dialog

F.R.A.N.Z. – Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft

Blühstreifen © Erwin Koch

Biologische Vielfalt ist eine wichtige Grundlage für intakte Ökosysteme und damit auch für die Landwirtschaft. Die weltweit wachsende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten auf der einen und die Bewahrung der Artenvielfalt auf der anderen Seite führen häufig zu Zielkonflikten. Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) setzt hier an und entwickelt effiziente Naturschutzmaßnahmen und Bewirtschaftungskonzepte.

 

Hierzu werden gemeinsam mit Naturschützern und Landwirten auf zehn Demonstrationsbetrieben Maßnahmen erprobt, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und betriebswirtschaftlich tragfähig sind. Die erfolgreich umgesetzten Maßnahmen werden auch über das Netzwerk der Demonstrationsbetriebe hinaus kommuniziert und verbreitet. Um möglichst viele Landwirte für die Maßnahmen zu gewinnen, braucht es geeignete ordnungs- und förderrechtliche Rahmenbedingungen. Auch hier setzt F.R.A.N.Z. an und gibt Impulse in die Agrar- und Umweltpolitik.

 

Das Verbundprojekt F.R.A.N.Z. wird unter Federführung der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband durchgeführt. Wissenschaftlich begleitet wird es durch die Thünen-Institute für Ländliche Räume, Betriebswirtschaft und Biodiversität sowie die Universität Göttingen und das Michael-Otto-Institut im NABU. Die in den Projektregionen ansässigen Landesbauernverbände und deren Kulturlandschaftsstiftungen betreuen und beraten die Demonstrationsbetriebe.

 

Die Schirmherrschaft wurde durch die Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) und den Bundesminister Christian Schmidt (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) übernommen.

 

Das Projekt F.R.A.N.Z. ist auf insgesamt zehn Jahre angelegt, da nur über solch einen Zeitraum belastbare Ergebnisse, sowohl des ökologischen als auch ökonomischen Monitorings, zu erwarten sind. Die Dauer der ersten Projektphase läuft von November 2016 bis Dezember 2019. Das Projekt wird ressortübergreifend unterstützt. Die Förderung erfolgt mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit besonderer Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

 

Ziele des Projektes

F.R.A.N.Z. hat sich zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zu entwickeln und zu erproben, welche die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft erhalten und erhöhen. Mittel- und langfristig sollen die Naturschutzmaßnahmen auch auf andere Betriebe übertragen werden. Hierzu ist es wichtig, dass sich die Maßnahmen gut in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen und keine wirtschaftlichen Einbußen nach sich ziehen. Ebenso sollen Hemmnisse im bestehenden Förder- und Ordnungsrecht identifiziert und Optimierungen vorgenommen werden, damit die Landwirte die Naturschutzmaßnahmen umsetzen können.

 

Demonstrationsbetriebe

Das Projekt F.R.A.N.Z. umfasst ein Netz von zehn Demonstrationsbetrieben, welches von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern reicht. Mit dabei sind sowohl Ackerbau- als auch Grünlandbetriebe. Die Verteilung innerhalb Deutschlands und die unterschiedliche Betriebsausrichtung spiegeln die regionalen Besonderheiten und die verschiedenen Herausforderungen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz wider. Um die Maßnahmen auch auf andere Betriebe bundesweit übertragen zu können, wurden für die jeweilige Region typische landwirtschaftliche Betriebe eingebunden.

 

Projektbegleitende Forschung

Das Projekt wird intensiv wissenschaftlich begleitet. Das Thünen-Institut für Biodiversität, die Universität Göttingen und das Michael-Otto-Institut im NABU untersuchen, wie sich die Maßnahmen auf die Artenvielfalt, die Bestäubung und das Bodenleben auswirken. Die Thünen-Institute für Ländliche Räume und Betriebswirtschaft prüfen die Maßnahmen auf ihre Wirtschaftlichkeit und identifizieren Umsetzungshemmnisse im Agrar- und Umweltrecht.

 

Die ökologische Forschung untersucht:

·          die Entwicklung von Populationen der einzelnen Tier- und Pflanzenarten,

·          die Bestäubungsleistung durch Insekten und die bodenbiologische Aktivität,

·          die Auswirkung alternativer Maßnahmen-Szenarien auf die Artenvielfalt.

 

Die sozioökonomische Forschung untersucht:

·          die Rahmenbedingungen für die Durchführung von Biodiversitätsmaßnahmen,

·          die betrieblichen Auswirkungen und die Kosten-Wirksamkeit der Maßnahmen,

·          die agrarstrukturellen und sozialen Rahmenbedingungen sowie die administrative Umsetzung.

 

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.franz-projekt.de