Dialog

Biodiversitäts-Initiative

Im Juli 2014 publizierte die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz die Studie „Naturschutz in der Agrarlandschaft am Scheideweg – Misserfolge, Erfolge, neue Wege“, um innovative Prozesse aufzuzeigen und zu initiieren. Daraufhin legt sie im Januar 2015 als aktuellsten Beitrag zum Biodiversitätsdialog die Neuveröffentlichung des Fachgutachtens von Prof. em. Dr. Ulrich Hampicke vor.
 
Die Studie von 2014 sowie die aktuelle Version des Fachgutachtens finden Sie unter Studien.
 

Der bisherige Prozess

Die biologische Vielfalt geht seit Jahrzehnten weltweit zurück - auch in Deutschland. Hier betrifft diese Entwicklung vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen, da auf die Betriebe ein stetiger ökonomischer Druck einwirkt und damit zur zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft führt. Natürliche Lebensräume schwinden und mit ihnen die Artenvielfalt. Von diesem Trend ist bis heute keine Umkehrung abzusehen. Um gemeinsam mit Landwirten und Naturschützern Lösungen zu finden, hat die Michael Otto Stiftung im Anschluss an die Hamburger Gespräche 2008 einen Dialogprozess gestartet.

 

Bei Prof. em. Dr. Ulrich Hampicke, Agrarökonom an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, wurde das „Fachgutachten über die Höhe von Ausgleichszahlungen für die naturnahe Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Deutschland“ in Auftrag gegeben. Es bildet die Basis für das Positionspapier „Biodiversität im landwirtschaftlich genutzten Raum“, in dem die Michael Otto Stiftung mögliche Lösungsansätze skizziert, mit dem Hintergrund, dass Biodiversitätsschutz der landwirtschaftlichen Betriebe honoriert werden muss. 2010 haben wir das Positionspapier nach einem Gespräch mit Ministerin Aigner im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf einer Pressekonferenz in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Nach diesem Impuls für die weitere politische Debatte, widmen wir uns aktuell der bislang mangelhaften Umsetzung des praktischen Biodiversitätsschutzes in Deutschland. Denn es wurde deutlich, dass die bisher ergriffenen Naturschutzmaßnahmen nicht in der Lage waren, die Bestandsrückgänge von Tier- und Pflanzenarten zu stoppen. Die Stiftung hat daher beim Michael-Otto-Institut im NABU eine Studie in Auftrag gegeben, die die Gründe für die Misserfolge von Naturschutzmaßnahmen analysieren, erfolgsversprechende Maßnahmen benennen und neue Ansätze zum Erhalt der Biodiversität aus anderen Ländern aufarbeiten soll.

 

Diese Studie wurde im Juli 2014 in Berlin von Dr. Michael Otto an die parlamentarischen Staatssekretäre Dr. Robert Kloos (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) und Jochen Flasbarth (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) offiziell übergeben.