innovative Umwelt- und Naturschutzprojkete werden gefördert durch die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz© Dieter Damschen

Förderung

Conservation and restoration of river species in the Lower Danube tributaries in Bulgaria

Die Untere Donau ist – wie viele Flüsse in Europa – durch große wasserbauliche Maßnahmen und erhebliche Wasserverschmutzung zu einem fast fischfreien Gewässer in Bulgarien geworden. Die Fischarten sind häufig auf kleine Populationen, meist in Nebengewässern begrenzt. Diese letzten Bestände einheimischer seltener Arten (z.B. Groppe, Schlanker Steingressling, Bitterling) sind von der vollständigen Ausrottung akut bedroht.

Obwohl sich die Wasserqualität in den letzten Jahren verbessert hat, erholen sich die dezimierten Süßwasserfischbestände nicht. Die bestehenden Hindernisse – wie Stauwerke und Kanalisierung – hemmen den natürlichen Erholungsprozess dieser Arten völlig, da sie wegen ihrer geringen Schwimm- bzw. Wanderfähigkeit keine größeren Strecken zurücklegen. So können sie auch nicht über vorhandene Fischtreppen entferntere Lebensräume erreichen.  

Aufgrund von politischen und wirtschaftlichen Interessen ist es gegenwärtig nicht möglich, den Fluss in einen naturnahen Zustand zu versetzen.

Im Rahmen des Projektes sollen ufernahe Habitate von sieben Leitarten (sechs Fischarten, eine Muschelart)  erhalten und die fragilen Populationen vergrößert werden, um genetische Ressourcen zu bewahren. 

Da diese Fische nicht wirtschaftlich nutzbar sind, liegen keine Erkenntnisse zur Nachzucht vor. Die konventionellen, künstlichen Zuchtmethoden sind für diese Fischarten aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht geeignet. Daher wird ein neuartiger, natürlicher Zuchtansatz angewandt. . Die theoretischen und praktischen Erkenntnisse des Zuchtprozesses werden der Wissenschaft und dem Naturschutz zur Verfügung gestellt.

Um eine nachhaltige Erholung der Leitarten zu erzielen, wird ein webbasiertes Netzwerk mit rund 300.000 bulgarischen Fischern und Anglern etabliert. Daneben sollen die Ergebnisse dieses Demonstrationsprojektes in die Planungen des zweiten „Danube River Basin Management Plan“ und der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Bulgarien miteinbezogen werden.  

Die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz fördert das Projekt von 2015 an für zwei Jahre.