innovative Umwelt- und Naturschutzprojkete werden gefördert durch die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz© Dieter Damschen

Förderung

Förderung von naturnahen Hartholzauwäldern an der Unteren Mittelelbe

Naturnahe Hartholz-Auwälder zählen zu den artenreichsten Wäldern Mitteleuropas. Trotz ihrer hohen naturschutzfachlichen Bedeutung in Bezug auf Lebensraumfunktion, Hochwasserretention und Klimaschutz bedecken sie aufgrund von Nutzungsansprüchen nur noch ca. 1% der aktiven Auen. An der Unteren Mittelelbe sind nur kleine, stark fragmentierte Bestände anzutreffen.

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die naturnahe Entwicklung von Flussauen durch die Neuanpflanzung und qualitative Entwicklung von Hartholzauwald. Dazu werden ca. 15 ha zusammenhängender Hartholzauwald an der Unteren Mittelelbe sowie an deren Nebenflüssen durch Initialpflanzungen unter Einsatz innovativer Pflanzverfahren gefördert. Durch die gewählte Flächenkulisse wird die Landschaftszerschneidung für eine Vielzahl von seltenen und geschützten Arten verringert. 

Bei der Neuetablierung von Auwäldern hat sich herausgestellt, dass vor allem Trockenstress ein großes Mortalitätsrisiko für junge Gehölze darstellt. Daher wird der Prozess der hydraulischen Umverteilung untersucht und quantifiziert, wozu es bisher keine aussagekräftigen Forschungsarbeiten gibt. Auf Grundlage dieser Untersuchung werden die Neuanpflanzungen durchgeführt.

Als zweite Maßnahme werden bislang fehlende, typische Arten der Krautschicht in bestehende Hartholzauwälder eingebracht. Dadurch wird eine Verbesserung der Habitatqualität und der damit einhergehenden Erhöhung der Biodiversität angestrebt. Da in diesem Bereich kaum Erfahrungen vorliegen, sollen im Projektverlauf mehrere Methoden des Pflanzverfahrens modellhaft erprobt und optimiert werden. 

Das Projekt ist eigenständiger Teil des Verbundprojekts MediAN „Mechanismen der Ökosystemdienstleistungen von Hartholz-Auwäldern: Wissenschaftliche Analyse sowie Optimierung durch Naturschutzmanagement“ und wird in Kooperation mit der Universität Hamburg durchgeführt.

Die Michael Otto Stiftung fördert das Projekt ab 2015 für sechs Jahre.