innovative Umwelt- und Naturschutzprojkete werden gefördert durch die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz© Dieter Damschen

Förderung

Untere Havel

Die Untere Havelniederung erstreckt sich über 86 km durch Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Sie ist das größte und bedeutendste Feuchtgebiet im Binnenland Mitteleuropas. In der Vergangenheit wurde die Havel jedoch für die Schifffahrt und Landwirtschaft begradigt, verbreitert und vertieft. Ihre Uferauen wurden teilweise eingedeicht und landwirtschaftlich intensiv genutzt. Die Folgen: Über eintausend Pflanzen- und Tierarten sind heute vom Aussterben bedroht.

 
Um diese Entwicklung zu stoppen, hat der NABU 2005 mit dem Bund sowie den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt das größte Flussrenaturierungs-Projekt Europas in Angriff genommen: Bis 2021 will das Gewässerrandstreifen-Projekt den Flusslauf im Havelland zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf auf rund 90 Flusskilometern naturnah wieder herstellen.
 
Seit 2006 und noch bis 2014 fördert die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz den NABU bei der Planung und Durchführung des Vorhabens. Sie schließt damit an ihr Engagement für die Elbe- und Havel-Region an, das in den Neunzigerjahren mit den drei Elbe-Colloquien zum Alternativkonzept „Flüsse zwischen Ost und West“ begonnen hatte.
 
Nach Abschluss der Planungsphase 2009 hat nun die Renaturierung begonnen: Uferbefestigungen werden zurückgebaut, künstlich abgetrennte Altarme wieder an den Fluss angeschlossen, Flutrinnen reaktiviert und Fischwanderhilfen gebaut. So wird es an der Unteren Havel bald wieder Sandbänke, Inseln und einen natürlichen Ufer- und Auenwald geben. Auch verdrängte Fischarten können sich erneut ansiedeln. Insgesamt soll sich die Untere Havel wieder zu einem intakten Flussgebiet für Mensch und Tier entwickeln. Bereits auf der Bundesgartenschau 2015, die in der Havelregion stattfinden wird, sollen Großteile des renaturierten Gebiets offiziell eingeweiht werden.

 

Einen Kurzfilm zum Projekt können Sie sich hier anschauen. 
Mehr über das Projekt erfahren Sie auf der Projekthomepage.